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Geographische Lage


Die Stadt Zschopau liegt südöstlich der Stadt Chemnitz im Tal des gleichnamigen Flusses. Sie befindet sich am Übergang von den unteren Lagen zu den mittleren Lagen des Erzgebirges. Östlich der Stadt liegt das Waldhufendorf Krumhermersdorf. Vor allem der südöstliche Prallhang des Zschopauflusses ist aufgrund des steilen Reliefs kaum besiedelt. Der tiefste Punkt im Stadtgebiet befindet sich am Zschopaufluss an der Stadtgrenze zu Grünhainichen in rund 310 m ü. NN, die höchste Erhebung ist der 598 m hohe Pilzhübel südwestlich des Stadtteils Krumhermersdorf.


Entstehung der Stadt


Die Burg wurde Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet und diente zum Schutz der Furt der Salzstrassen durch die Zschopau. Diese Straße überquerte von Halle und Leipzig kommend hier den Fluss um dann weiter über die damals dicht bewaldeten Höhen des Erzgebirge nach Böhmen und Prag zu führen. Im Jahre 1174 wird die Straße als „antiqua semita Bohemorum“ genannt. In diese Zeit dürfte auch die Entstehung der Stadt fallen. 1286 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als „Schapa“, 1292 die Bezeichnung Zschopaus als „civitas“. Ab 1300 gelangte die Stadt in den Besitz der Reichsministerialien von Waldenburg. Ab 1349 war sie mark-meißnisches Lehen und kam schließlich 1456 ganz in den Besitz des sächsischen Kurfürsten. Seitdem gehörte Zschopau zur "Pflege Schellenberg" bzw. ab 1590 zum Amt Augustusburg.[3] Ab Mitte des 14. Jahrhunderts wurde auch in Zschopau Bergbau (insbesondere Silberbergbau) betrieben. 1494 wurde eine neue spätgotische Stadtkirche St. Martin errichtet und 1516 erstmals eine Brücke über die Zschopau erwähnt.


Zschopau nach der Reformation


Mit der Reformation 1539 wurde Zschopau eine eigenständige Parochie, eine Stadtschule wurde 1543 erstmals erwähnt. 1545 begann der Ausbau der Burganlage durch den sächsischen Kurfürsten Moritz zu einem Jagdschloss, das die Bezeichnung „Wildeck“ erhielt. Mit diesem Schritt wurde man auch der zunehmenden Bedeutung von Zschopau als Stadt im Erzgebirge gerecht. Das Schloss diente vom 17. Jahrhundert bis 1911 als Sitz einer Oberforst- und Wildmeisterei (später Oberforstamt). Zur Versorgung gab es in umliegenden Orten Vorwerke.


Zwischen 1567 und 1588 wirkte der Philosoph und Theologe Valentin Weigel als Pfarrer in Zschopau. Im Jahr 1609 geriet eine Frau geriet in einen Hexenprozess und wurde enthauptet.[4] 1612 wurde Zschopau schwer von der Pest getroffen, die über 450 Menschenleben forderte. Wenige Jahre später (1632) mussten die Bewohner im Dreißigjährigen Krieg vor den Kroaten in die Wälder fliehen. 1634 wurde die Stadt erneut geplündert und schließlich am 21. November zu großen Teilen niedergebrannt. Bis zum Ende des Krieges 1648 quartierten sich immer wieder Soldaten in der Stadt ein. Erst in den nachfolgenden Jahren blühte die Stadt wieder auf. Handel, Gewerbe und der Bergbau brachten Reichtum und Anerkennung. In dieser Zeit wirkte u. a. der Komponist Christian Liebe als Rektor der Lateinschule.


Dieser Zeitabschnitt wurde durch den großen Stadtbrand von 1748 beendet. Bei dem Feuer am 8. Oktober, das von einem Haus unmittelbar neben der Kirche ausgeht, wird innerhalb dreier Stunden nahezu die gesamte Innenstadt zerstört. Nur das Schloss blieb unbeschadet. Schon zwei Jahre später wurde mit dem Wiederaufbau der Kirche begonnen, die unter Erhaltung der spätgotischen Umfassungsmauern und großer Teile des mittelalterlichen Grundrisses im Stil des Dresdner Barock als ein „eine reife Leistung sächsischer Barockbaukunst“ nach dem Entwurf des Baumeisters Siegert wieder entstand. Die Kirche erhielt eine Orgel des Silbermann-Zeitgenossen Jacob Oertel, die bis heute nahezu unverändert erhalten ist und als drittgrößte Barockorgel Sachsens gilt. Auch die restlichen Gebäude um den Markt wurden im barocken Stil wieder errichtet.


Ältere Bausubstanz findet sich heute, abgesehen vom Schloss, nur außerhalb der ehemaligen Stadtmauer. Eine Kursächsische Postdistanzsäule steht am ehemaligen Chemnitzer Tor (Chemnitzer Gasse / Straße) vor den ältesten Häusern der Stadt.